Grosskampfverfahren

Das Grosskampfverfahren Heinricis Falle an der Oder

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Die Abwehrtaktik des Grosskampfverfahrens wurde bereits im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite entwickelt. Generaloberst Heinrici verfeinerte diese sogenannte “bewegliche Verteidigung” um für den Grossangriff der sowjetischen Armee im Oderbruch vorbereitet zu sein. Dabei wurden hinter der vordersten Frontlinie eine Hauptkampflinie geschaffen die tief gestaffelt angelegt wurde. Ihren Abschluss fand sie wiederum mit einer Großkampfstellung. Um der vernichtenden Wucht der Artillerieschläge des Angreifers zu entgehen, war nun der Plan die eigenen deutschen Truppen kurz vor Beginn des Angriffs aus den vorderen Linien zu lösen , um diese nach Hinten in die Tiefe HKL und Großkampfstellung rasch einzugliedern.
Im Detail bedeut das für die Schlacht in den Selower Höhen: Das die Truppen in letzter Minute in die vorbereiteten Stellungen der zweiten und dritten Verteidigungslinie des Ersten Verteidigungsstreifens und in die erste Linie des Zweiten Verteidigungsstreifens umgegliedert werden.
Der dann erfolgende Angriff des Gegners – nimmt nun leicht die leeren, vorderen eigenen Gräben ein. Getragen vom anfänglichen “Erfolg” weiter stürmend, stößt er aber wenig später auf die nun sehr gut besetzte Hauptkampflinie. Im besten Fall hat sich der angreifende Gegner ebenfalls aus dem schützenden Bereich der eigenen Artillerie begeben. Hier beginnt der Verteidigungsplan nachhaltig zu wirken, indem die starke Hauptkampflinie mit der dahinter liegenden Großkampfstellung einen nicht zu überwindendes Hindernis darstellt, an dem der Angriff abprallt und sich die Gegnertruppen aufreiben.
Ein gleich darauf durchgeführter Gegenstoss – bereinigt den anfänglich kalkulierten Geländeverlust wieder.
Bei dieser Operation ist jedoch ein sehr entscheidender Punkt zu beachten! Dies ist der Zeitpunkt zu dem die nach hinten gerichtete Ausweichbewegung einsetzt.
Denn: Erfolgt das Ausweichen zu früh, überlässt man die vorderen Stellungen dem Angreifer als Geschenk und es gibt kein Überraschungsmoment.
Ist der Zeitpunkt zu spät gewählt hat dies ebenfalls fatale Auswirkungen. Die zurückgehende Truppe hat in der Bewegung weniger Kampfstärke, ist dem Feindfeuer direkter ausgesetzt, hat wenig Schutz und “unbesetzte” in der Tiefe liegende Kampfräume.

Heinrici jedoch wählte diesen Zeitpunkt haargenau richtig . Das Ausweichmanöver startete zum exakten Zeitpunkt in der Nacht zum 16. April 1945. Bis auf wenige Vorposten, die in den forderen Stellungen verblieben, gelang das verlegen der Truppen in die hinteren Kampfräume.
Der am 16.April erfolgte Angriff der roten Armee wurde am Rande der Seelower Höhen, ca. 2km östwärts zum stehen gebracht. Genau am Rande der Grosskampfstellung.

Bilanz

Durch die perfekte Durchführung der Vorbereitung des Grosskampfverfahrens tappte Shukow am 16. April 1945 in die deutsche Falle. Ein sehr grosser Teil seines Eröffnungsfeuers ging auf die bereits geräumten deutschen Stellungen nieder. Der “legendäre” Einsatz der sowjetischen Flakscheinwerfer zum erleuchten des Kampffeldes war damit sinnlos geworden. Die Hauptverteidigungsanlagen und Kräfte auf deutscher Seite blieben bei diesem Angriff praktisch unversehrt. Der Plan wie die Seelower Höhen zu nehmen sind, konnte so nicht durchgeführt werden. Shukow fasste nun einen folgenschweren Entschluss……

Quellen

  • Brennendes Oderland, Fritz Kohlase
  • Der Kampf um die Seelower Höhen, Karl Stich
  • Seelower Höhen 1945, Roland Foerster
  • Der Kampf um Berlin 1945, Tony Le Tissier
  • Seelow 1945, Richard Lakowski
  • Moskau, Seelow, Berlin, Stafan Doernberg

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